Wir möchten Ihnen unsere wissenswerte Informationen vorstellen.

Dazu gehören allgemeine Tipps, Tipps zu Pflanzenschutz und Volkers Gartentipps, die hier und in der DNN jede Woche neu erscheinen.

Weitere sinnvolle Informationen zu Gartenbau finden Sie auch unter "Wissenswertes" auf der Webseite des Gartenbau-Ingenieurbüro M. Sc. Volker Croy.

Bodenart-Bestimmung

Die Bodenart zu kennen, also Sand, Schluff, Ton und ihre Zwischenarten wie Lehm oder sandiger Schluff zu unterscheiden, ist wichtig für den Anbau von Pflanzen, da sich daraus die Wasserversorgung und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, die Verfügbarkeit und Speicherung von Nährstoffen, die Bearbeitbarkeit, die Durchlüftung und Wasserableitung, der Totwasseranteil im Boden, sowie der maximal mögliche Humusgehalt (je feiner der Boden desto größer) ergibt.

Kurz gesagt, die Bodenart bestimmt die meisten Eigenschaften und die Fruchtbarkeit des Bodens, sowie welche Pflanzen sich darauf wohl fühlen. Deshalb sollte jeder Gärtner seinen Boden kennen.

Auch der Bodentyp - also ob es Schwarzerde oder Podsol wird, hängt neben der Witterung hauptsächlich von der Bodenart ab. So entsteht Schwarzerde ausschließlich auf Schluffboden ("Löss").

 

Finger- und Ausrollprobe

Bei der Finger- und Ausrollprobe (nach DIN 4220 und W. von Rheinbaben (2008), verändert durch Volker Croy 2015) versucht man den feuchten Boden zwischen den angefeuchteten Handflächen auszurollen und zu quetschen:

1. Versuch den Boden zu eine bleistiftdicken Wurst auszurollen
- ausrollbar - zu 4.
- nicht ausrollbar - zu 2.

2. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger
- bindig, haftet schwach am Finger - lehmiger Sand
- nicht bindig, nicht formbar - zu 3.

3. Zerreiben in der Handfläche
- in Fingerrillenmehlige, stumpfe Feinsubstanz sichtbar - schluffiger Sand
- keine Feinsubstanz in den Fingerrillen - Reinsand

4. Versuch den Boden zu eine halb-bleistiftdicken Wurst auszurollen
- nicht ausrollbar - zu 5.
- ausrollbar, stumpf, mehlig - zu 7.
- ausrollbar, plastisch, klebrig - zu 10.

5. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigfinger
- bindig, haftet deutlich am Finger (Sand < 46%) - zu 6.
- nicht oder schwach bindig, aber kaum Sandkörner - zu 7.

6. Beurteilen der Feinsubstanzmeng
- wenig Feinsubstanz (Sand 60 - 95 %) - toniger Sand
- viel Feinsubstanz (Sand 45 - 68 %) - stark sandiger Lehm

7. Prüfen der Körnigkeit
- Sandkörner sicht- und fühlbar - sandiger Schluff
- Sandkörner nicht oder nur schwach sicht- und fühlbar - zu 8.

8. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger
- nicht bindig, samtartig, mehlig, reißt und bricht schnell, kaum formbar - Schluff
- schwach bindig, reißt beim Zusammenquetschen - zu 9.

9. Konsistenz prüfen
- deutlich mehlig, reißt leicht - toniger Schluff
- schwach mehlig, reißt kaum, gut formbar - schluffiger Lehm

10. Körnigkeit prüfen
- Sandkörner gut fühl- und sichtbar, rissig - sandiger Lehm
- Sandkörner nicht oder kaum fühl- und sichtbar - zu 11.

11. Versuch die Wurst zu einem Ring zu biegen
- schlecht formbar, schwach glänzende Gleitflächen bei Quetschprobe- sandiger Ton
- gut formbar - zu 12.

12. Beurteilen der Gleitfläche bei Quetschprobe
- Gleitfläche stumpf - Lehm
- Gleitfläche sehr schwach glänzend - toniger Lehm
- Gleitfläche glänzend - zu 13.

13. Prüfen zwischen den Zähnen - Vorsicht!
- knirschen - lehmiger Ton
- butterartige Konsistenz - Ton


Achtung eine Ausrollprobe kann auch zur Bestimmung der Bearbeitbarkeit bei bindigen Böden in der Landwirtschaft verwendet werden. Diese ist jedoch für die Befahrbarkeit mit schwerem Gerät gedacht (wenn der Boden zerbröckelt, wenn man ihn ausrollen oder zu einem Ball formen will ist er befahrbar) und für den Hobbygärtner nicht wichtig.

 

Schlämmprobe von Boden

1 - Ein durchsichtiges Schraubglas zu einem Viertel mit der Bodenprobe befüllen.

2 - Danach bis knapp unter den oberen Rand des Schraubglases vorsichtig sauberes Wasser auffüllen und einweichen lassen, ggf. etwas Spülmittel zufügen. Bei humusreichen Böden (Humusgehalt > 2 %) ist ein Aufschäumen mit Wasserstoffperoxid und späteres Aufkochen (um Wasserstoffperoxidreste zu entfernen) im Wasserbad mit anschließendem Abkühlen nötig.

3 - Das Glas mit dem Schraubdeckel verschließen und mehrfach kräftig schütteln.

4 - Das gefüllte Schraubglas auf einer festen Unterlage abstellen und warten. Die bodenartabhängige Sinkgeschwindigkeit bzw. -dauer lässt sich mit dem „Gesetzt von Stokes“ bestimmen.

5 - Beobachtung:

- Steine sinken sofort zu Boden
- Sand sinkt binnen 25 Sekunden auf den Boden.
- nach 3 Minuten und 40 Sekunden hat sich der Grobschluff, nach 38 Minuten der Mittelschluff abgesetzt
- Ton und Feinschluff setzen sich nach etwa einem Tag ab
- auf der Oberfläche des Wassers schwimmen oft organische Stoffe wie z.B. Humus

Die Schichten lassen sich nach der Zeit, aber auch nach der Körnung unterscheiden. Sand ist körnig, Schluff mehlig und Ton hat keine sichtbare Körnung.

 

Wie ein Apfelbaum denkt

Um einen Apfelbaum (Malus) zu beschreiben, betrachte ich ihn hier als denkendes Individuum.

Der Baum kann sich nicht um seine Nachkommen kümmern, also bildet er, wie viele andere Lebewesen, so viel wie möglich auf einmal aus. Meist verwendet er mehr Kraft als er in einem Jahr aufbringen kann. Also muss er ein Jahr zum Kraft sammeln und ein Jahr zum tragen verwenden. Diese Schwankung mit einem Jahr mit viel Ertrag und einem mit wenig Ertrag wird...

 

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Raupenleim / Leimanstrich /Obstbaumleim

Obstbaumleim (Raupenleim) ist eine praktische Alternative zu Leimringen. Der verwendete Leim ist der gleiche wie in den meisten Leimringen und weder für Mensch noch Tier giftig und ist auf Pflanzenölbasis.

Aber im Gegensatz zu Leimringen ist das Anwenden leichter, da kein klebriger Papierring umständlich am Stamm festgebunden, sondern der Leim nur erwärmt und mit dem Pinsel ausgebracht werden muss.
Auch gibt es bei grober Rinde keine Gefahr, dass der Schädling unter dem Leimring hindurch kriecht.

Allerdings ist ein von groben Rindestücken befreiter Stamm (mittels Bürste) leichter zu streichen und spart somit die verwendete Leimmenge.

Auch lässt sich Raupenleim einfacher an Rosen oder Obststräucher anbringen, um Ameisen fern zu halten und so die Besiedlung mit Läusen zu reduzieren. Denn Ameisen schützen ihre Läuse vor Nützlingen wie Marienkäfern. Um sie fern zu halten, am besten den Stamm mit Raupenleim im Frühjahr einstreichen. Wenn die dort hin geschickten Späher nicht zurückkehren (weil festgeklebt), wird die Pflanze nicht als "Weidegrund" verwendet. Eine Regelmäßige Kontrolle und ggf. Erneuerung des Leims ist unumgänglich. Machen Sie den Leimstreifen am Stamm etwas länger, dann müssen Sie weniger nachbessern.

meiden Sie Produkte kleiner Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe

Ein weit verbreitete These ist, wie regionaler Lebensmittel sind - z.B. vom Gärtner auf dem Markt, desto weniger giftig sind sie. Leider ist das Gegenteil der Fall.

Denn Großmärkte und Supermärkte/Discounter verlangen nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte, sondern strengere Regeln. Sie limitieren beispielsweise die Zahl der anzuwendenden Pflanzenschutzmittel oder reduzieren die erlaubte Konzentration aus 50 - 10 % des staatlich erlaubten Grenzwertes. So sind Großbetriebe, welche an Supermärkte liefern, gezwungen weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen als Klein- und Kleinstbetriebe.

Auch sind die Kontrollen durch Großmärkte und Supermärkte strenger und häufiger als staatliche Kontrollen. Ein kleiner konventionell wirtschaftender Betrieb wird meist einmal alle 10 Jahre kontrolliert, während Großmärkte und besonders Supermärkte mehrmals im Jahr unregelmäßig Stichproben nehmen. Beim letzten mir bekannten Stand waren die Pflanzenschutzmittelspuren bei Kaufland am geringsten, dann im Mittelfeld Aldi, Lidl (Lidl hat sich nach verheerenden Zahlen 2005 stark verbessert) und der Rest und als Schlusslichter Real und Edeka. Greenpeace veröffentlicht solche Rankings jährlich.

Leider sind nur Bio-Produkte und Gewächshaus-Gemüse aus Großbetrieben nahezu giftstofffrei. Dabei muss man beachten, dass es im Bioanbau immer öfter Betrugsskandale gibt, so dass nur noch wenige Anbauverbände, welche stark auf die Kontrollen achten, relativ sicher sind (z.B. Bioland Deutschland).
Vorsicht bei Gäa und Bio-Produkten von außerhalb von Deutschland - in vielen Ländern ist das Bestechen von Kontolleuren an der Tagesordnung und Kontrollen durch die Lebensmittelhändler erfolgen bei Bio-Lebensmitteln auf Grund einer nicht nachvollziehbaren Unschuldsvermutung noch zu selten bzw. praktisch gar nicht.

Dagegen ist die niederländische, deutsche und nordeuropäische Gemüseproduktion durch hohe Maßstäbe bei Hygiene-Management und Nützlingseinsatz recht ungefährlich, da sie niemand fälscht.

Großbetriebe können mehr in KnowHow und neue Technologien investieren und so die Pflanzenschutzanwendungen reduzieren. So ersetzen Netze das Insektizid (Pflanzenschutzmittel [PSM] gegen Insekten) im Freiland-Gemüse-Anbau und eine vernünftige Klimareglung im Gewächshaus verhindert den Einsatz von Insektiziden, Akariziden (PSM gegen Milben) und Fungiziden (PSM gegen Schad-Pilze). Auch ersetzen Mulchfolie und Hackgeräte den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln (Herbizide).

Sie können auch nicht einfach den Gärtner Ihres Vertrauens fragen was, ob und wie viel Pflanzenschutzmittel er spritzt, denn die Pflanzenschutzanwendung gehört zum Betriebsgeheimnis und er ist vom Gesetzgeber bevollmächtigt, zum Schutz des Betriebsgeheimnisses zu lügen. Und das macht er, ohne rot zu werden.

Fragen Sie den Händler auf dem Markt woher er das Gemüse hat - oft stammt es gar nicht vom Gärtner sondern vom Großmarkt und ist somit schon etwas weniger gefährlich.

Oder bauen Sie es selbst ind er Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten an.

Kalkanstrich / Obstbaumanstrich

Obstbaumanstrich ist eine weiße, kalkhaltige Schutzfarbe, welche den Stamm und die dickeren Äste vor starker Sonneneinstrahlung im Winter schützt und so Frostrisse und somit Krankheitseintrittsstellen in der Rinde verhindert.

Im Sommer reduziert der Kalkanstrich das Fußfassen von Pilzkrankheiten auf der Rinde und an Verletzungen durch pH-Wert-Erhöhung.

Kulturschutznetze

Kulturschutznetze sind eine mechanische Variante Schädlinge von Kulturen fern zu halten. Sie erlauben die Bekämpfung wichtiger Schädlinge an Obst und Gemüse ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und ohne regelmäßige Spritzungen.

Bio-Mulchfolie aus PLA

Vollständig abbaubare Mulchfolie besteht aus PLA (Polymilchsäure). Diese kann, falls sie noch nicht vollständig abgebaut ist, von Bodenlebewesen ohne bekannte Schäden aufgenommen werden, da sich das Material im Körper rückstandslos zersetzt. PLA ist ein Stoff aus der Medizintechnik z.B. für Fäden die sich im Körper rückstandslos auflösen.

Mulchfolie aus Stärke enthält mindestens 20 % PE (Polyethylen), um die Steife Stärke biegsam zu machen. Dieses PE zerfällt wie bei normaler Folie in kleine Partikel, die im Boden verbleiben und das Bodenleben schädigen.