Wie andere Dünger auch sollte Kompost dann eingesetzt werden, wenn die Pflanzen ihn brauchen. Man bringt ihn also nicht im Herbst, sondern im Spätwinter bzw. Frühjahr aus. Allerdings ist es sinnvoll, den Kompost jetzt durchzusieben und umzusetzen. So beschleunigt man die Rotte, damit im Frühjahr zur Saat ausreichend Kompost zum Düngen da ist. Ich empfehle zudem, Bentonit-Granulat zwischen die Schichten zu streuen. So können sich Ton-Humus-Komplexe bilden und frei werdende Nährstoffe werden besser zwischengespeichert.

Wer sich beim Säen von Gemüse verspätet hat, der sollte Radieschen- und Salatsamen nach der Aussaat mit einer Folie abdecken. Die Pflänzchen haben es wärmer und wachsen besser. Stützen Sie aber die Folie mit Holz oder einem einfachen Rahmen, damit sie nicht auf den Pflanzen liegt. Sonst haben Pilzkrankheiten leichtes Spiel. Bei Folie muss trotz Regen regelmäßig darunter gegossen werden. Vlies fördert auch den Wuchs, nur nicht so stark. Dafür kommt der Regen aber durch.

Bodenart bestimmen

Jeder Gärtner sollte wissen, welche Bodenart - Sand, Schluff, Ton sowie die Zwischenarten Lehm oder sandiger Schluff – in seinem Garten vorherrscht. Das ist wichtig für Pflanzenwahl und Düngung. Möglichkeiten, die Bodenart zu bestimmen, sind die Schlämmprobe und die Ausrollprobe.

 

Schlämmprobe von Boden

1 - Ein durchsichtiges Schraubglas zu einem Viertel mit der Bodenprobe befüllen.

2 - Danach bis knapp unter den oberen Rand des Schraubglases vorsichtig sauberes Wasser auffüllen und einweichen lassen, ggf. etwas Spülmittel zufügen. Bei humusreichen Böden (Humusgehalt > 2 %) ist ein Aufschäumen mit Wasserstoffperoxid und späteres Aufkochen (um Wasserstoffperoxidreste zu entfernen) im Wasserbad mit anschließendem Abkühlen nötig.

3 - Das Glas mit dem Schraubdeckel verschließen und mehrfach kräftig schütteln.

4 - Das gefüllte Schraubglas auf einer festen Unterlage abstellen und warten. Die bodenartabhängige Sinkgeschwindigkeit bzw. -dauer lässt sich mit dem „Gesetzt von Stokes“ bestimmen.

5 - Beobachtung:

- Steine sinken sofort zu Boden
- Sand sinkt binnen 25 Sekunden auf den Boden.
- nach 3 Minuten und 40 Sekunden hat sich der Grobschluff, nach 38 Minuten der Mittelschluff abgesetzt
- Ton und Feinschluff setzen sich nach etwa einem Tag ab
- auf der Oberfläche des Wassers schwimmen oft organische Stoffe wie z.B. Humus

Die Schichten lassen sich nach der Zeit, aber auch nach der Körnung unterscheiden. Sand ist körnig, Schluff mehlig und Ton hat keine sichtbare Körnung.

 

Finger- und Ausrollprobe

Bei der Finger- und Ausrollprobe (nach DIN 4220) versucht man den feuchten Boden zwischen den angefeuchteten Handflächen auszurollen und zu quetschen:

1. Versuch den Boden zu eine bleistiftdicken Wurst auszurollen
- ausrollbar - zu 4.
- nicht ausrollbar - zu 2.

2. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger
- bindig, haftet schwach am Finger - lehmiger Sand
- nicht bindig, nicht formbar - zu 3.

3. Zerreiben in der Handfläche
- in Fingerrillenmehlige, stumpfe Feinsubstanz sichtbar - schluffiger Sand
- keine Feinsubstanz in den Fingerrillen - Reinsand

4. Versuch den Boden zu eine halb-bleistiftdicken Wurst auszurollen
- nicht ausrollbar - zu 5.
- ausrollbar, stumpf, mehlig - zu 7.
- ausrollbar, plastisch, klebrig - zu 10.

5. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigfinger
- bindig, haftet deutlich am Finger (Sand < 46%) - zu 6.
- nicht oder schwach bindig, aber kaum Sandkörner - zu 7.

6. Beurteilen der Feinsubstanzmeng
- wenig Feinsubstanz (Sand 60 - 95 %) - toniger Sand
- viel Feinsubstanz (Sand 45 - 68 %) - stark sandiger Lehm

7. Prüfen der Körnigkeit
- Sandkörner sicht- und fühlbar - sandiger Schluff
- Sandkörner nicht oder nur schwach sicht- und fühlbar - zu 8.

8. Prüfen der Bindigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger
- nicht bindig, samtartig, mehlig, reißt und bricht schnell, kaum formbar - Schluff
- schwach bindig, reißt beim Zusammenquetschen - zu 9.

9. Konsistenz prüfen
- deutlich mehlig, reißt leicht - toniger Schluff
- schwach mehlig, reißt kaum, gut formbar - schluffiger Lehm

10. Körnigkeit prüfen
- Sandkörner gut fühl- und sichtbar, rissig - sandiger Lehm
- Sandkörner nicht oder kaum fühl- und sichtbar - zu 11.

11. Versuch die Wurst zu einem Ring zu biegen
- schlecht formbar, schwach glänzende Gleitflächen bei Quetschprobe- sandiger Ton
- gut formbar - zu 12.

12. Beurteilen der Gleitfläche bei Quetschprobe
- Gleitfläche stumpf - Lehm
- Gleitfläche sehr schwach glänzend - toniger Lehm
- Gleitfläche glänzend - zu 13.

13. Prüfen zwischen den Zähnen - Vorsicht!
- knirschen - lehmiger Ton
- butterartige Konsistenz - Ton