Zwischenfrüchte und Gründüngung

Wer keine Haupt-Gemüse-Kulturen über den Winter wie Winterebsen, Rosen- oder Grünkohl hat, kann Zwischenfrüchte bzw. Gründüngung anbauen, um ein Brachliegen der Beete zu vermeiden.

Dazu ist jetzt noch Zeit, spätestens bis Mitte September müssen sie aber ausgesät werden. Die meisten reinen Winterkulturen wie Feldsalat, Bienenweide (Phacelia), Klee, Getreide, Senf (sollte man im Garten nicht nehmen, da er wie Kohl und Radieschen zu den Kreuzblütengewächsen gehört und auch ihre Krankheiten und Schädlinge hat), Luzerne, Lupine sind nur Zwischenfrüchte, das heißt sie binden im Boden befindliche Nährstoffe und schützen Sie so vor Auswaschung, sie schützen den Boden auch durch ihren Bewuchs vor Wind- und Wassererosieon sowie vor übermäßigem Humusabbau. Die Zwischenfrucht wird im Frühjahr als Humusgabe abgetötet und eingearbeitet, so dass die gebundenen Nährstoffe und neue organische Masse in den Boden gelangen.

Eine Gründüngung wäre nur dann erreicht, wenn Leguminosen wie Klee, Lupine, Luzerne oder Erbse lang genug stehen bleiben, um auch Luftstickstoff binden zu können. Dies erfolgt aber hauptsächlich in der Blütezeit dieser Pflanzen im Frühjahr. Wer also die Zwischenfrüchte als Gründüngung verwenden will, muss sie im kommenden Jahr wenigstens blühen, am besten auch fruchten lassen.

Stickstoff ist für den Eiweißaufbau der Pflanzen unersetzlich und muss deshalb für guten Wuchs in ausreichenden Mengen im Boden vorhanden sein.

 

Hagebutten bei Rosen entfernen

Die sich entwickelnden Hagebutten bei den Zierrosen sollten entfernt werden, damait die Pflanze nicht ihre Kraft daran verbraucht. Die Samen enthalten eine neue, durch Kreuzung entstandene Sorte, deren Eigenschaften anders als die der im Garten stehenden Sorte sind. Eine Aussaat und ein Aufziehen dieser ist nur für Interessierte ratsam.

 

Hagebutten anbauen

Wer in den kommenden Jahren Hagebutten für den Tee oder Marmelade anbauen will, der sollte sich auf die klassische Hagebutte (= Hundsrose: Rosa canina) oder die Kartoffelrose (Rosa rugosa) konzentrieren.

Beim Anpflanzen dieser ist aber unbedingt eine Wurzelsperre (fester Kunststoff wie Teichfolie oder ein Blechring der mindestens 40 cm tief in den Boden ragt) zu setzen, da sie meist aus den Wurzeln im Umkreis wieder austreiben und sich auch nur mit mühe wieder entfernen lassen.

Die Kartoffelrose hat weit größere und ergiebigere Früchte (Hagebutten) als die normale Hagebutte.

Die Hundsrose gibt es dafür in Kulturformen mit weniger oder keinen Wurzelaustrieben.

 

Leimring/Raupenleim gegen Frostspanner

Wer Schäden durch Frostspanner im Sommer hatte, kann seine Pflanzen durch Leimringe oder Leimanstriche (Raupenleim) schützen. Der Frostspanner ist ein Schadschmetterling, dessen Raupen einen Skelettierfraß (nur die Blattadern bleiben übrig) an den Blättern durchführen und auch Knospen und Früchte annagen. Betroffen sind Obstgehölze und Zierpflanzen wie Weigelia. Das Besondere ist, dass die Weibchen absolut flugunfähig sind und zur Eiablage im Herbst den Stamm hinauflaufen muss. Eine Leimsperre verhindert dies vollständig. Wer Leimringe anbringt, die auch gegen Obstmaden helfen sollen, muss darauf achten, dass sie in den unteren 30 cm des Stammes angebracht werden, oberhalb helfen Sie nur gegen den Frostspanner.

 

Obstmaden mit Leim, Kalk oder Fanggürtel bekämpfen

Die Obstmaden (Apfelwickler oder Pflaumenwickler) seilen sich bald aus den reifen Früchten ab, oder fallen mit den Kranken Früchten zu Boden und verpuppen sich im unteren Berech der Borke für die Überwinterung. Wer sie bekämpfen will, sollte Fanggürtel (Wellpappe, um den Stamm gewickelt) oder Leimringe (besser Leimanstrich/Raupenleim) im unteren Borkenbereich anbringen, damit die Schädlinge bei der Verstecksuche abgefangen werden.

Die Rinde von alter Borke zu befreien und zu kalken, damit keine Ritzen entstehen, hilft zusätzlich die Raupen zu reduzieren.

Zum Entfernen der Borke kann eine Scheuerbürste oder ein grober Besen genommen werden. Drahtbürsten sollten nicht eingesetzt werden, da sie die junge und gesunde Rinde beschädigen und so den Baum schwächen und Krankheitsserregern Eintrittspforten liefern.

 

Obstmade mit Nematoden bekämpfen

Die Obstmaden in Äpfeln (Apfelwickler) und Pflaumen (Pflaumenwickler) verpuppen sich in dem unteren Bereich der Borke Ihres Baumes und zu einem geringen Teil im Boden. An den Verpuppungsstellen überwintern sie auch.

Bekämpfen können sie die Larven an der Rinde in vielfältiger Weise. Im Boden ist es hingegen nahezu unmöglich. Versuche mit den Nematoden Steinernema feltiae haben gezeigt, dass diese als Lösung ausgebracht, nicht nur die Wicklerlarven in der Rinde sondern auch im Boden bekämpfen und somit den Neubefall im Folgejahr erheblich reduzieren. Dazu müssen sie jetzt vorsichtig an die Rinde und auf den Boden unter dem Baum gesprüht werden.
Im Haus- und Kleingarten macht dies nur Sinn wenn sich auch die Nachbarn beteiligen, da der Schädling im Frühsommer sonst zufliegt.

 

Obstmaden mit Netz bekämpfen

Obstmaden sind vor allem dann ein ärgerliches Problem, wenn man selbst eine Bekämpfung durchführt, in Nachbargärten es aber niemand tut und die Schadschmetterlinge einfach zufliegen.

Den Baum entfernen und einen neuen pflanzen ist keine Lösung, da es keine gegen Raupen resistente Sorten gibt.

Die Einzige wirklich wirksame Bekämpfungsmethode ist den Baum mit einem Netz einzuhüllen. Je nach Baumgröße sind Insektenschutznetze von 4 bis 10 m Breite möglich, um den Baum einzuhüllen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Netz am Stamm zusammengebunden wird und möglichst keine Lücken entstehen, wo sich Vögel verirren könnten.

Das Netz muss nach Ende der Blüte vor der ersten Fruchtentwicklung angebracht werden, da auch schon kleine Äpfel von wenigen Zentimetern Durchmesser der ersten Wicklergeneration als Nahrung dienen. Würden Sie das Netz erst später einsetzen, würden die neu schlüpfenden Apfelwickler in der vom Netz eingehüllten Krone auf die Welt kommen und vor Räubern geschützt sein. Es wäre dann eine Befallverstärkung und keine -reduzierung wie geplant.

Trieb- und Stammbefestigungen bei Obstgehölzen prüfen

Wer im Frühjahr die Triebe herabgebunden, am Spalier fixiert oder den Stamm gestützt hat, muss unbedingt diese Befestigung überprüfen. Das Dickenwachstum im Sommer kann zu einer Einschnürung geführt haben. In diesem Fall ist die Fixierung zu lockern, so dass sich keine dauerhafte Wunde oder Einengung bildet.

 

Gefahr durch Giftpflanzen?

In letzter Zeit gibt es viel Panikmache wegen Giftpflanzen im Garten. Ein durch eine giftige Zucchini verursachter Todesfall hat das Thema noch befeuert. Dabei geht beim Beachten weniger, aber wichtiger Punkte keine nenneswerte Gefahr von Giftpflanzen im Garten aus.

Das Gift der Pflanze ist vor allem ein Abwehrmittel gegen schädliche Insekten und ähnliches, welches selten tödlich gegenüber höherne Lebewesen wie Säugetieren oder Vögel sein soll. Denn wenn alle sterben, die das Gift fressen, tritt kein Lerneffekt auf. Also geht es den meisten Tieren und Menschen danach nur so schlecht, dass sie es nicht wieder tun.

Auch werden die Samen von Giftpflanzen oft von Vögeln, Tieren und Menschen verbreitet, da wäre es für die Pflanze kontraproduktiv die Verbreiter der Samen schwer zu schädigen. Sie müssen nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden, damit Laub und unreife Früchte in Ruhe gelassen werden, reife Früchte und Samen aber verbreitet werden.
Manche Pflanzen haben auch selektive Gifte, die Mistel zum Beispiel ist giftig für den Menschen aber ungiftig für Vögel, da sie ausschließlich von Vögeln verbreitet wird.

 

Unbedingt beachten

Es gibt bereits einen evolutionären Lerneffekt: Bis auf wenige Ausnahmen erkennt unser Geschmackssinn giftige Stoffe in der Nahrung und ein Reflex bringt uns dazu sie auszuspucken. Leider wird aus falschen Glaubensgrundsätzen dieser Effekt abtrainiert. Immer wieder erlebe ich Menschen die ernsthaft überzeugt sind, dass Bitterstoffe gesund wären. Nein das sind sie nicht. Es sind Giftstoffe. Nicht alle wie Koffein, Nikotin oder Kokain sind für uns gedacht und lösen somit neben den Vergiftungserscheinungen auch andere Nebenwirkungen aus (die 3 Genannten sind Gifte gegen Insekten). Aber auch diese können schlimme Probleme verursachen. Beispielsweise der Tabak von 2 - 5 Zigaretten, oral verabreicht, tötet eine erwachsenen Menschen problemlos. Beim Tabak ist vor allem das Wasser in Aschenbechern sehr gefährlich, da das enthaltene Nikotin auch über die Haut aufgenommen oder von kleinen Kindern geschluckt werden kann. 

Es ist sicherer bei bittererm Geschmack die Pflanzenteile nicht zu essen.
Das wichtigste ist aber Kindern diesen Reflex nicht abzutrainieren. Dadurch essen sie die meisten Giftpflanzen nicht oder spucken sie schnell aus. Auch scharfe Pflanzen wie Hahnenfuß oder extrem saure wie unreife Äpfel dürfen nicht gegessen werden. Wenn dies bewusst ist, sind nur noch wenig Gefahren im Garten vorhanden.

 

besonders gefährliche Giftpflanzen

1. einige Giftpflanzen der Nachtschattengewächse: Tollkirsche, Stechapfel und Engelstrompete, schwarzer Nachtschatten diese sind nicht nur sehr giftig, sie schmecken auch gut und angenehm (genauere Beschreibung ist schwer möglich). Sie sind in Gärten mit Kindern unbedingt zu meiden,

2. auch die Samen von Rhizinus sind angenehm (haselnussartig) im Geschmack und extrem giftig - ein ganzer Samen kann einen Erwachsenen umbringen, meiden Sie auch diesen, wenn Sie kinder im Garten haben.

3. Giftpflanzen, die das Gift über die gesamte Pflanze an die Luft abgeben wie Sadebaum (ein Wacholder, Juniperus sabinae), andere Wacholder (oft hat man nach der Arbeit mit diesen einen rot getupften Ausschlag) und Lebensbäume oder Kuhschelle (Pulsatilla).

4. gefährliche Giftpflanzen die bei Hautkontakt ihr Gift abgeben und nicht angefasst werden sollten. Neben der Kuhschelle (Pulsatilla) sind aucheinige Wiesenhahnenfußarten (Ranunculus), Seidelbast (Daphne) und phototoxische Pflanzen wie Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum) und Weinraute (Ruta graveolens) gefährlich.
Seidelbast ist deshalb schon fast aus allen Gärten verschwunden.
Die Kuschelle sollte bei kleinen Kindern im Garten nicht oder nur in unzugänglichen Bereichen angepflanzt werden.
Auf Wiesen sollte immer ein Decke untergelegt werden, damit niemand sich in eine Giftpflanze setzt.
Der Riesenbärenklau ist immer mit Vorsicht und Volkörperschutz zu entfernen, die Haut wirft bei Kontakt nach ein paar Tagen Verspätung Blasen.
Die Weinraute wird verstärkt als Heilkraut beworben, aber auch ihr Saft kann eine Phototoxische Reaktion wie beim Riesenbärenklau auslösen und hinterlässt lebenslange Narben.

 

Ungiftige aber gesundheitsschädliche Pflanzen

Es gibt einige Pflanzen die starke Gesundheitsprobleme verursachen, aber nach der Giftdefinition nicht giftig sind. Das sind hauptsächlich 2 besonders gefährliche:

1. Das unscheinbare Traubenkraut (Ambrosia) gibt Pollen ab, die für alle Menschen allergen wirken, sie können Asthma-artige Reaktionen auslösen und bergen für Kinder und alte Menschen hohe Gesundheitsrisiken. Traubenkraut - besonders häufig tritt das beifußblättrige Traubenkraut auf - muss unbedingt entfernt werden.

2. Der wieder beliebte Waldmeister. Die Kaltauszüge dieser Pflanze werden zum Kochen verwendet und sind ungefährlich.
Heißauszüge oder des Pflanzenmaterial selbst sind extrem krebserregend. Leider gibt es dazu keine Studien beim Menschen, weswegen von bestimmten Gruppen die Gefahr herunter gespielt wird. Die Studien an Tieren sorgten dafür, das multiple Tumore in allen Organen auftraten, in einem Maße, dass kein Mediziner bereit war es am Menschen zu testen.
Kinder die den Geschmack mögen, essen auch Blätter und können mit Darmkrebs und anderen Krebsarten "belohnt" werden. Auf diese Pflanze ist unbedingt zu verzichten.