Kipprobe bei Äpfeln

Ob die Äpfel erntereif sind erfährt man mit einem einfachen Test: Wenn man sie um etwa 90° aus ihrer momentanen Lage wegbiegt, meist nach oben kippt - daher der Name - dann lösen sich Erntereife Äpfel vom Ast. Wenn sie sich nicht lösen ist noch zu warten. Sie müssen viele Apfelsorten erst einmal lagern, bis die Grundfarbe von Grün zu einem wenigstens gelblichem Grün, besser Gelb oder je nach Sorte Rot gewechselt hat. Sie lagern Äpfel und Birnen am besten in unten gelochten Kisten, nur 2 Lagen hoch stapeln (wegen Druckschäden) und regelmäßig auf faule Früchte kontrollieren, sonst stecken diese gesunde Früchte an.
Fallobst und wurmstichiges Obst können Sie ausschneiden und noch essen oder danach zu Mus verarbeiten. Ich esse meist vorsichtig um die Schadstelle oder den Wurmgang herum.

 

Mehltau durch Herbst

Im Freiland treten Mehltaupilze (weißer abwischbarer Belag auf Blattoberseite)  bei Gurken, Zuchhini, Beerenobst oder bestimmten Bäumen verstärkt  auf, dies ist Jahreszeitlich bedingt und tritt jedes Jahr auf. Mehltau ist ein Schwächeparasit und die unsteten Witterungsbedingungen gepaart mit der wenigen Kraft der Sonne (niedere Temperaturen und Lichtmangel) schwächen im Herbst die Pflanzen und ermöglichen es diesem Schadpilz Fuß zu fassen. Eine Behandlung mit einem Pilzbekämpfungsmittel macht nur bei geschwächtem Beerenobst Sinn - und dann nur wenn es keine Früchte mehr hat und in den letzten Jahren sehr geschwächt war. Stark wachsende Pflanzen vertragen den Herbstmehltau recht gut. Als Spritzmittel ist Schachtelhalmtee empfehlenswert oder Schwefelpräparate.
Alle anderen Pflanzen können Sie unbehandelt lassen, die Einjährigen geben sowieso bald auf. Mehltau befallenes Laub kann kompostiert werden, da die Pilze und ihre Sporen in allen Gärten verbreitet sind und auch größere Strecken zufliegen.

 

Krankes Laub im Garten belassen?

Für die Pflanzenhygiene wäre es zwar besser alles kranke Laub aus dem Garten zu entfernen (vor allem Obstlaub mit Schorf), aber es macht bei den meisten windverbreiteten Pilzkrankheiten wie Grauschimmel oder Mehltau wenig Sinn den Aufwand zu betreiben es zu entfernen, wenn nicht alle Nachbarn in ein paar Hundert Metern Umkreis es mitmachen. Gute Kompostierung hilft einen erheblichen Teil der Pilze abzutöten.
Wenn eine kleine geschlossene Gruppe von Gärten sich abstimmt und zusammen alles Laub aus den Gärten entfernt, kann es aber sichtbare Verbesserungen in den zentraleren Gärten geben.
Die einzige Ausnahme ist Tomatenlaub mit Braunfäule, da dieser über Spritzwasser und Erde verbreitete Pilz sonst vom Kompost aus verschleppt werden würde, aber nicht vom Nachbar zufliegen kann und alle pilzbefallenen Pflanzen im Gewächshaus, da dort auch wenig Eintrag von Außen möglich ist.

 

Grauschimmel und Falscher Mehltau durch den Temperatursturz

Ein weißgrauer nicht abwischbarer Belag auf der Blattunterseite (oft bei Wein oder Gewächshausgurken) oft zusammen mit größeren gelblichen Flecken auf der Blattoberseite ist ein deutliches Zeichen von Falschem Mehltau. Diese Pilzgruppe befällt bei zu hoher Luftfeuchtigkeit und vor allem Blattnässe die Pflanzen. Grauschimmel (ein mausgrauer Pilzbelag auf der Pflanze) tritt auch bei Blattnässe und vor allem niedrigen Temperaturen auf, tote Pflanzenteile begünstigen den Befall, z.B. altes Erdbeerlaub. Ein leicht abtrockenbarer, luftiger Bestand und nicht über 85 % Luftfeuchte im Gewächshaus helfen normalerweise das Schlimmste zu verhindern, durch den Temperatursturz und das feuchte Wetter sind aber viele Pflanzen befallen. Es hilft hier auf besseres Wetter hoffen, kranke Pflanzenteile zu entfernen, im Gewächshaus verhindern dass Kondenswasser auf die Pflanzen tropft und in den Folgejahren den Bestand anpassen. Spritzmittel auf Schwefel- oder Schachtelhalmbasis nützen gegen den Falschen Mehltau wenig.

 

Äpfel auf den Kompost?

Fall-Obst mit angeschlagenen Stellen oder Maden kann bedenkenlos kompostiert werden, die Maden überleben die Räuber im Kompost selten. Vor dem Kompostieren die Früchte beschädigen z.B. zerschneiden hilft bei der Zersetzung, ist aber in der Regel unnötiger Aufwand. Ihre Regenwürmer im Kompost werden es ihnen jedenfalls danken.
Ratten und Mäuse werden übrigens nicht von ungekochten Obst und Gemüse angelockt (sonst würden sie es ja auch auf den Beeten und Wiesen anfressen. Es ist also keine Gefahr. Nur verarbeitetes Essen wie Süßigkeiten, Getreide- und Milchprodukte und besonders Fleisch locken das Ungeziefer an.