Volkers Gartentipps vom 06.08.2014

 

Obstbäume nicht mehr mit Stickstoff düngen

Obstbäume und den Rasen darunter jetzt nicht mehr mit Stickstoff düngen, sonst kommen die Bäume schlecht in den Winter und werden schneller krank. Deutliches Zeichen einer solchen Überdüngung sind verstärkte Frostschäden im Frühjahr sowie "Entwicklungfehler"wie Nachblüten im Herbst.
Diese Nachblüten müssen unbedingt sofort entfernt werden.

  

Wacholder „schuld“ am Birnengitterrost

Dieses Jahr ist der Birnengitterrost – eine Pilzkrankheit, die optisch an den orangefarbenen Pusteln auf den Blättern der Birnenbäume zu erkennen ist – schwach ausgeprägt. Zu verdanken haben wir das der trockenen Witterung von Mitte April bis Mitte Mai, als die Pilzsporen ihre Hauptflugzeit hatten. Der Pilz braucht um die Birne zu befallen 4 Stunden durchgehend Blattnässe und das wurde ihm dieses Frühjahr verwährt.

Viele fragen sich, woher der Birnengitterrost vor 15 Jahren so plötzlich kam. Die Pilzkrankheit wurde mit neuen Wacholder-Arten eingeschleppt. Birnengitterrost ist nämlich eigentlich ein Wacholderrost. Die Birne ist nur ein optionaler Zwischenwirt im Sommer. Mit anderen Worten: der Schadpilz überlebt auf dem Wacholder auch ohne Birne, aber nicht auf der Birne ohne Wacholder.

Dies wiederum macht theoretisch die Bekämpfung einfach: Man entfernt alle Wacholder der niedrigen bis kriechenden Arten Juniperus sabinae, J. pfitzeriana und J. chinense aus den Gärten. Denn von dort verbreitet sich der Birnengitterrost 150 bis 500 Meter im Umkreis. Es nützt also auch nichts das Laub der Birne einzusammeln, da von dort keine Neuinfektion im nächsten Jahr aus geht.
Wenn alle mitziehen, wäre das Problem also in den Griff zu bekommen. Wacholder erkennen Sie an spitzen Nadeln an der gesamten Pflanze oder an älteren Ästen im Inneren des Strauches.

Wenn Sie Lebensbäume mögen, sollten Sie statt Wacholder lieber Scheinzypressen (Chamaecyparis) oder Thuja pflanzen. Diese sind nicht Wirt für den Rostpilz. Zudem haben sie keine Nadeln, was die Pflege vereinfacht. Wenn Sie auch andere Wacholder entfernen, verschwinden mit der Zeit ebenso Ebereschen- oder Felsenbirnenrost, da diese auf Wacholdern wie Juniperus communis leben.

Schön zu sehen ist der Effekt im Kleingärtnerverein Bühlauer Waldgärten e.V. in Dresden. Dort werden seit Jahren die Wacholder nach und nach entfernt und Neupflanzungen verhindert, so dass der Birnengitterrost schon fast verschwunden ist.

 

Birnengitterrost im Sommer an Wacholder

   

 

Birnengitterrost im Sommer an Birne

  

 

Birnengitterrost zwischen Mitte April und Mitte Mai an Wacholder 1

  

 

Birnengitterrost zwischen Mitte April und Mitte Mai an Wacholder 2