Tomaten, Gurken und Co. aussäen

Wenn Sie ein Gewächshaus oder Folienzelt im Garten oder ein Anzuchtgewächshaus auf dem Balkon haben, dann können Sie jetzt die ersten Pflanzen für Ende Mai vorziehen – also Gurken, Kürbis, Tomaten, Physalis, Auberginen, aber auch erste Bohnen. Wenn Sie kein Gewächshaus haben, warten Sie noch etwa einen Monat. Denn wenn die Pflanzen zu lange in der Wohnung stehen, „vergeilen“ sie, das heißt, die Stiele werden zu lang, die Pflanzen kippen leichter um und die Erträge dieser Pflanzen sind später spärlicher. 

Zur Aussaat eignen sich alle feinkrümeligen, nährstoffarmen Substrate. Das ist von belang, damit die Sämlinge sich nicht ihre jungen Wurzeln an den Nährstoffen verätzen. Sie können eine eigene Anzuchterde aus Sand (1/2) und Gartenerde (1/4) mit etwas Torf oder Kokosfaser (1/4) mischen. Sie können auch fertige Produkte im Laden kaufen. Es sollte „Anzuchterde“ darauf stehen. Egal ob eigenes Substrat oder fertiges aus dem Laden, desinfizieren Sie es vor Gebrauch in der Mikrowelle für etwa acht Minuten oder im Ofen bei über 100 °C für 20 Minuten. Lassen Sie dann die Erde auskühlen und säen Sie direkt hinein. Halten Sie sich an die Aussaat-Anleitung auf der Packung. Nutzen Sie am besten ein Anzuchtgewächshaus, diese gibt es fertig zu kaufen, sind aber recht klein und teuer. Alternativ gibt es in den meisten Baumärkten durchsichtige Transportkisten aus Plastik mit Deckel. Diese eignen sich hervorragend als Anzuchtgewächshaus, sind aber viel preiswerter.  

Trauermücken

Die kleinen schwarzen Fliegen, die über den Pflanztöpfen starten, sind Trauermücken. Sie fühlen sich von feuchter Erdoberfläche angezogen und legen dort ihre Eier ab. Die Larven leben in der Erde und fressen die Wurzeln der Pflanzen an. Bei Aussaaten kann das tödlich verlaufen.  Gelbtafeln können zum Überwachen an den Töpfen eingesetzt werden. Wenn Sie eine pro Anzuchtfläche haben, kann es helfen, eine beginnende Trauermückenplage einzudämmen. Wenn die Plage überhand nimmt, kann ich Nematoden-Präperate gegen Trauermücken empfehlen. Diese werden in Wasser aufgelöst, die enthaltenen Nematoden verlassen ihre Starre und werden mobil. Ins Substrat gegossen (unbedingt lauwarmes Wasser verwenden), fangen sie an, die Trauermückenlarven gezielt zu jagen und zu vernichten. Bei größeren Aussaatkisten hilft es, einen Zentimeter feinen Sand darauf zu streuen. Das tun Gärtnereien auch. Der Sand trocknet im Vergleich zum Substrat nach dem Gießen schnell ab (gießen Sie vormittags), und die Trauermücken legen keine Eier darauf, weil sie nur feuchte Erde nutzen. 

Kartoffeln vorziehen

Sie können in Säcken, Eimern und Kübeln daheim beginnen, Kartoffeln für die Sack- und Kübelkultur oder für den Gartenboden vorzuziehen. Dann können Sie sie im April ausgetrieben und vielleicht sogar schon mit Blättern hinauspflanzen. Für eine einfache Vorkultur einfach an einen warmen Ort legen und warten, sonst pro Kübel (ca. 30 cm Durchmesser oder 10 Liter Eimer) eine Kartoffel setzen (wenn Sie nur vorkultivieren sind auch mehrere möglich) und diese warmstellen. Bei Eimern sparsam gießen oder unten ein Loch hineinstechen (besser), damit das überschüssige Wasser abfließen kann. Kartoffeln mögen keine Staunässe. Gießen sie immer mit lauwarmen Wasser, um die Bodentemperatur oben zu halten und den Wuchs voranzutreiben.

Sprossen selbst ziehen

Der Frühling macht Lust auf frische Kräuter und Salate. Da ist es gut,  Sprossen daheim anzuziehen. Besonders gut eignen sich Kresse, aber auch Getreidesprossen für den Verzehr. Kaufen Sie sich einfach Saatgut für Kresse, Erbsen oder auch unbehandelte Getreidekörner aus dem Reformhaus. Es gibt Shops im Internet, wo man Kressesaatgut und anderes Saatgut in 1 - 2 kg Tüten kaufen kann. Geben Sie einfach die Samen und das Gewicht z.B. „Kresse 2kg“ in Ihre Suchmaschine, so sparen Sie sich teure Kleinpackungen. Nehmen Sie eine Schale Ihrer Wahl (gut gehen Sushi-Schalen mit Deckel oder wieder durchsichtige Kisten), legen Sie darauf ein passendes Küchentuch (aber ein möglichst günstiges, weil da weniger für Pflanzen schädliche Stoffe drin sind), streuen Sie das Saatgut darauf, gießen alles mit lauwarmem Wasser an und ernten Sie die Kresse nach drei bis fünf Tagen. Andere Sprossen können auch länger brauchen, um zu keimen. Wenn Sie sich nicht an den Samenschalen stören, können Sie auch das Papier weglassen.

Ingwer anbauen

Wer gern mit Ingwer kocht, kann eine Knolle warm liegen lassen und sie bei Austrieb in einen Kübel pflanzen. Ingwer ist hoch und dekorativ, die Blätter schmecken typisch leicht scharf und können zum Kochen oder für Salate verwendet werden. Ingwer kann im Mai auch in den Garten, ist aber ebenso als Balkonpflanze nahe der Küche toll.