Volkers Gartentipps vom 13.08.2014

 

Letzter Aufruf zur Aussaat

Säen Sie das letzte Gemüse oder die Winterzwischnfrüchte bis Mitte, spätestens bis Ende August. Alles was später gesät wird, kommt schlecht und zu klein in den Winter.

 

Zwischenfrüchte statt Herbstfurche

Vor allem in sandigen Gebieten wie in und um Dresden sollten Sie auf die sogenannte Herbstfurche verzichten. Damit ist gemeint, im Herbst den Boden umzugraben und über den Winter offen liegenzulassen. Die Herbstfurche fördert den Humusabbau und sorgt dafür, dass wichtige Teile des Bodens mit dem Wind davongetragen und Nährstoffe ins Grundwasser ausgewaschen werden. Sie ist ein Überbleibsel aus alter Zeit, als man die Prozesse im und um den Boden noch schlecht verstand.

Verwenden Sie statt dessen Zwischenfrüchte. Diese schützen die Beete im Winter vor Austrocknung und Wind-Erosion, erhöhen den Humusgehalt und vermindern die Auswaschung wichtiger Pflanzennährstoffe ins Grundwasser.

Außerdem sind Zwischenfrüchte eine gute Möglichkeit, die Fruchtfolge zu erweitern und zudem noch etwas zu ernten. Achten Sie jedoch darauf, dass die Familie der Zwischenfrüchte nicht zu oft in der Fruchtfolge vor kommt. So ist der in der Landwirtschaft beliebte Gelbsenf im Garten nicht zu empfehlen, da er eine Brassicaceae ist und somit zur gleichen Familie wie Kohl, Rauke oder Radieschen gehört.

Phacelia (Bienenweide) gehört zu den Asteraceae wie der Salat, ist meist etwas seltener in der Fruchtfolge und mehr zu empfehlen. Auch Mangold, einjähriger Klee, Gräser oder bestimmte einjährige Zierpflanzen (Nelken) und nicht winterharte Kräuter (Majoran, einjähriger Basilikum) funktionieren. Gut eignen sich zweijährige Kulturen wie Wintererbsen, Petersilie oder Schwarzwurzel. Diese decken im Winter das Beet ab und sind zugleich eine vollwertige Kultur. Auch zweijährige Zierpflanzen wie Bartneklen sind möglich, müssen aber im Frühjahr umgesetzt werden.

Eine der besten Zwischenfrüchte ist Feldsalat, denn den können Sie im Herbst und im Winter ernten. Er gehört zu einer Pflanzenfamilie, die sonst praktisch nie im Garten vorkommt. Er eignet sich auch gut für Gewächshäuser, da er - anders als die meisten Pflanzen - noch unter 5 Grad Celsius nennenswertes Wachstum zeigt und somit noch nach Tomaten und Gurken angebaut werden kann. Idealerweise sollten Sie ihn jetzt schon säen, damit er schon wächst und später die Lücken z.B. von den Tomaten schließt.

 

Kartoffeln lagerfähig machen

Jetzt, wo die Braunfäule das Kartoffelkraut abtötet, sollten Sie den Rest weghacken, die Kartoffeln aber noch zwei Wochen in der Erde lassen. Durch diese Lagerzeit ohne das Kraut im Boden bauen die Kartoffeln eine festere Schale auf und sind lagerfähiger. Wenn Sie sie stattdessen gleich aus dem Boden nehmen, ist die Chance auf Lagerfäule um ein vielfaches höher.