Zweite Blüte vieler Pflanzen im Spätherbst

Durch den wenigen Winter ist der Zeitraum in dem Pflanzenwachstum möglich ist sehr lang im Vergleich zu sonst. Da passiert es öfter, dass Pflanzen ein zweites Mal Blüten ansetzen. Einige Erdbeersorten haben jetzt noch einmal Früchte und manch ein zeitig blühender Beerenstrauch wie Felsenbirne versucht auch ein zweite Blüte. Diese Blüten sollten entfernt werden, damit die Sträucher keine Kraft darin verschwenden, bei Erdbeeren ist es nicht so schlimm. Einige Frühjahrsblüher treiben jetzt gerade nochmal Blätter aus, sollten dem Blüten folgen, sind diese zu entfernen, um Wuchskraft zu sparen. Ausnahmen sind sehr kräftige Frühjahrsblüher wie Trauben- oder Glockenhyazinthe, die das 2. Blühen verkraften.

 

Himbeerverzwergung

Wenn beim Neuaustrieb aus den Himbeeren nicht die gewohnten Ruten gekommen sind, sondern eher ein Hexen-Besen aus kurzen (10 - 20 cm), dünnen Trieben, dann ist das eine Krankheit, die von Phytoplasmen (Bakterien kleiner als manche Viren) verursacht wird. Diese werden von Zikaden übertragen (längliche Insekten, deren Flügeldecken wie ein Spitzdach gefaltet sind). Die Bekämpfungsmethode ist im Sommer die Zikaden bekämpfen und jetzt alle befallenen Pflanzen entfernen, damit sich nicht andere Himbeeren anstecken können. Sollte der Befall auftreten, werden die betroffenen Pflanzen sowieso in den nächsten 3 - 5 Jahren absterben und die ganze Zeit keinen nennenswerten Ertrag haben. Kontrollieren Sie vor allem unter schon größeren Himbeerpflanzen.

 

Kompost im Herbst umsetzen

Im Spätsommer ist nochmal viel Kompostmaterial angefallen. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt den Kompost nochmals umzusetzen. Den Reifen Kompost sollten Sie aber nicht auf die Beete geben, da der Dünger aus dem Kompost jetzt die Pflanzen zu unerwünschtem Wuchs vor dem Winter anregt und die Frosthärte reduziert. Lagern Sie den reifen Kompost an einer wettergeschützten Stelle im Garten.

 

Rankpflanzen bekämpfen

Die Jungfernrebe / Mauerrebe (Parthenocissus vitacea) auch "Wilder Wein" genannt) oder auch Efeu (Hedera helix) haben im Spätsommer nochmals neue Ruten bekommen und breiten sich teilweise immer noch aus. Diese müssen an unerwünschten Stellen entfernt werden, damit sie nicht den ganzen Garten überwuchern. Vor allem Mauerrebe kann sehr schnell lange Strecken unbemerkt im Staudenbeet wachsen. Efeu und Mauerrebe ("Wilder Wein") können an allen Stellen mit Bodenkontakt anwurzeln. Sollten sich diese Pflanzen etablieren, sind sie ein lästiges Unkraut. Bei Efeu mit seinen Haftwurzeln kommt hinzu, dass er Gebäude beschädigen kann. An Holzhütten bleiben beim Entfernen meist nur die Haftwurzeln als lästiger Belag zurück, bei verputzten Gebäuden kann sich der Putz großflächig mit dem Efeu zusammen lösen. Dort ist der Efeu vorsichtig zu entfernen oder, wenn er großflächig ist, zu belassen.

 

Lilien und andere Frühjahrsblüher auspflanzen

Im Herbst können Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Lilien und Co. gepflanzt werden, damit sie im folgenden Frühjahr rechtzeitig und ohne Mühe austreiben. Bei der Herbstpflanzung gibt es mehrere Vorteile. Die Knollen können sich noch etablieren und treiben meist noch Blätter aus, bevor der Winter kommt und können so nochmals Reservestoffe einlagern. Der größte Vorteil der Herbstpflanzung ist bei zeitigen Arten, dass sie auch rechtzeitig im Boden sind, um das kommende Jahr zu blühen. Die Pflanztiefe ist zu beachten. Bei den meisten Frühjahrsblühern reichen 8 - 10 cm tiefe Pflanzlöcher, bei Narzissen sollten sie um die 20 cm tief sein, da sie sonst oft den Winter nicht überstehen.

 

Die Totholzhecke

Totholzhecken oder Totholzhaufen sind im Garten gut einsetzbar und bieten, neben den Igeln, auch Mardern, Reptilien, Singvögeln, Bienen und anderen nützlichen Insekten einen Rückzugsort. Beim Anlegen ist auf einige wichtige Punkte zu achten, damit nicht nur Insekten darin leben können.
Die Totholzhecke sollte nicht nur aus feinen, geraden Stücken bestehen, sondern hauptsächlich aus dicken und verwinkelten Astteilen. Beim Obstbaumschnitt fällt regelmäßig passendes Holz an und wenn ein Obstbaum weg muss, können dicke Äste und Stammteile gut in der Totholzhecke verwertet werden. Auch nicht mit Holzschutzmitteln behandelte Bretter und Balken können verwendet werden. Die entstehenden oder gezielt angelegten Lücken ermöglichen es, dass Singvögel darin nisten und der Igel ein Versteck im unteren Bereich findet. Deshalb muss die Totholzhecke eine gewisse Breite besitzen, da die Singvögel so nisten können müssen, dass eine Katze die Jungvögel nicht aus dem Nest "angeln" kann. Die Breite ist also 2 Katzenarme (einer je von links und von rechts) + Nestfläche: weniger als 70 cm Breite sind deshalb nicht sinnvoll. Sie können die Totholzhecke auch mit stacheligen Pflanzen wie Brombeeren überranken, das hält Katzen und ähnliches fern und ermöglicht eine dünnere Variante.
Im Herbst angewehtes Laub erhöht den Komfort für Igel durch gute Isolierung der Verstecke und Sie müssen nicht extra welches zusammentragen.